Weine aus Australien

Das Weinland am anderen Ende der Welt

Hier, am gegenüberliegenden Punkt der Erde, scheint die Sonne teilweise gnadenlos vom Himmel. Daher konzentriert sich der Weinbau zu drei Viertel auf den subtropischen Süden des Landes. Der größere Teil der Rebflächen ist mit Rotweinen, vor allem Shiraz, bestückt. Begonnen hat der Weinbau in Australien im 18. Jahrhundert, als ein britischer Gouverneur die ersten Weinreben von seiner Südafrikareise mitbrachte und in seinem heimischen Garten anpflanzte. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen immer mehr deutsche Einwanderer vor allem ins Barossa Valley, das heute zu den bekanntesten Weinbaugebieten Australiens zählt.  Seitdem breitete sich der Weinbau im Land aus, ebenso wie die Anzahl der Rebsorten. Gerade in den letzten Jahren nahm der Standard in den Kellern an Technik und Know-how sowie die Qualität der australischen Weine immer mehr zu.

 

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Wie alles begann – Die Geschichte des Weinbaus in Australien

Mit einer Gesamtrebfläche von ca. 174.800 Hektar und einer produzierten Weinmenge von ca. 9 Millionen Hektolitern fügt Australien nur knapp 5 % zur Weltproduktionsmenge an Wein bei. Die fast 140 angebauten Rebsorten teilen sich auf in 42 % Weißwein- und 58 % Rotweinsorten, wobei Chardonnay und Sauvignon Blanc bei den Weißen und die Shiraz-Traube bei den Roten dominieren.

Australien ist ein sehr spezielles Weinland: die Qualitäten sind weitgehend recht hoch, genauso wie der technische Standard im Weinbau und in der Kellertechnik. Über die Anzahl der Sonnenstunden müssen sich die australischen Weinbauern keine Sorgen machen, allerdings macht ihnen in weiten Teilen des Landes das trockene Klima zu schaffen. Ohne Bewässerungsanlagen wäre der Weinbau in Down Under in vielen Bereichen, wie z. B. im tropischen Norden und dem trockenen Zentrum, nicht möglich. Im subtropischen Süden und im gemäßigten Tasmanien ist das Klima besser, daher befinden sich hier etwa drei Viertel der australischen Rebflächen.

Von damals bis heute – Die Entwicklung des Weinbaus

Australien ist ein Einwanderungsland, weswegen es auch nicht verwunderlich ist, dass es ausgerechnet ein britischer Gouverneur war, der im 18. Jahrhundert Rebstöcke von einer Südafrika-Reise mitbrachte und diese in seinem heimischen Garten anpflanzte. Im gleichen Jahrhundert begann die Produktion für den heimischen Markt. Einer der ersten australischen Weinzüchter war Gregory Blaxland, der 1822 für seine Weinexporte nach England als erster Australier mit einer Medaille ausgezeichnet wurde. Ab 1836 erfuhren die australischen Weine internationale Anerkennung, als einige Weine aus Victoria auf der Wiener Weinausstellung für Aufsehen sorgten.

Mitte des 19. Jahrhunderts ließen sich viele deutsche Einwanderer im südaustralischen Barossa Valley nieder und kultivierten hier mitgebrachte europäische Rebsorten. Die Weine waren allerdings eher einfacher Natur und die Konsumenten vor Ort bevorzugten hochwertigere Qualitäten. Der Weinabsatz sank. Die Winzer in Australien versuchten den europäischen Weinstil zu kopieren, kamen aber schnell an ihre Grenzen und stellten fest, dass es besser war, die Unterschiede herauszuarbeiten anstatt Gemeinsamkeiten zu erzwingen.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts vollzog sich ein tiefer Wandel: Die australischen Winzer stellten die Produktion von Likörweinen ein und konzentrierten sich auf trockene Weine. Ein Jahrzehnt später eroberten die Australier langsam den europäischen Weinmarkt. Die steigende Nachfrage aus dem Ausland und der steigende inländische Konsum führten zu einer Ausweitung der vorhandenen Rebflächen. Heute gehört die australische Weinindustrie zu den Top 10 der weltweit größten Weinproduzenten.

Die Regionen und ihre Bedeutung

Wie bereits eingangs erwähnt, konzentriert sich der Weinbau aufgrund der besseren klimatischen Bedingungen hauptsächlich auf den südlichen Teil Australiens. Das wohl berühmteste Anbaugebiet Australiens ist wohl das Hunter Valley. Hier entstehen großartige Weine, die nahezu weltweit bekannt sind.

Die Bundesstaaten (und Territories) mit den wichtigsten Anbaugebieten, nach Größe geordnet sind: Western Australia, Queensland, South Australia, (Northern Territory), New South Wales, Victoria, Tasmanien und (Australian Capital Territory).

Weinbaugebiet Western Australia:

Weite Gebiete Westaustraliens sind wegen des trockenen und heißen Klimas nur als Weideland für Schafe nutzbar. Allerdings herrscht in der Gegend um Perth ein angenehmes Mittelmeerklima. Hier erstreckt sich die Weinbauregion Western Australia auf über 300 km in Nord-Süd-Richtung, wobei das Gebiet nur zwischen 4 und 12 km breit ist. Hier, in diesem warmen maritimen Klima, sind ca. 60 Hektar mit Rebstöcken bepflanzt. Der Boden besteht aus grauen Tuartsanden, die einzig hier vorkommen und die Grundlage für leichte Weine bilden. Die Hauptanbausorten sind: Cabernet Sauvignon und Shiraz bei den Roten und Chardonnay und Semillon bei den Weißen.

Western Australia besteht aus 3 GI-Zonen mit zahlreichen Regionen und einigen Subregionen:

South West Australia mit den Regionen: Blackwood Valley, Geographe, Great Southern (Subregionen: Albany, Denmark, Frankland River, Mont Barker und Porongurup), Manjimup, Margret River und Pemperton.

West Australian South East Coastel mit der Region Esperance.

Weinbaugebiet Queensland:

Der zweitgrößte Bundesstaat Australiens – Queensland -  liegt im Osten des Landes ist als Sunshine State für Surfen, Schwimmen und den wunderschönen Strand bekannt. Die Geschichte des Weinbaus in Queensland geht bis in die 1860er Jahre zurück und begann mit der Produktion von Tafeltrauben. Einhundert Jahre später begann der Ausbau zu Weinen und die ehemalige Rebfläche von 100 Hektar wuchs bis heute auf ca. 1.500 Hektar heran. Hier werden hauptsächlich die weißen Rebsorten Chardonnay, Chenin Blanc, Riesling, Sauvignon Blanc und Silvaner angebaut; bei den Roten sind es Cabernet Sauvignon und Shiraz.

Das Land teilt sich auf in die Weinregionen Coastel Hinterland, Granite Belt und South Burnett.

Weinbaugebiet South Australia:

In Australien ist der Bundesstaat South Australia das wichtigste Weinbaugebiet, da hier fast die Hälfte des australischen Weines produziert wird. Südöstlich der Stadt Adelaide erstreckt sich eine – zum Ozean hin flach auslaufende Talebene – in der die Weinreben von den kühlen Meeresbrisen profitieren und würzige Rot- und üppige Weißweine ergeben. Nord- und nordöstlich der Stadt hingegen gedeihen in den höher gelegenen Lagen ausgezeichnete Riesling – die Besten Australiens! Die bekanntesten Gebiete in dieser Region sind sicherlich das Barossa Valley, Clare Valley, Coonawarra und Padthaway sowie McLaren Vale, Langhorne Creek, Riverland, Kangaroo Island und Adelaide Hill.

Adelaide ist eine Superzone mit den GI-Bereichen Barossa, Fleurien und Mount Lofty Ranges.

Der Bereich Barossa teilt sich auf in die Regionen Barossa Valley, Eden Valley (Subregionen High Eden und Springton).

Im Bereich Far North Fleurien liegen die Regionen Currency Creek, Kangaroo Island, Langhorne Creek, McLaren Vale (mit Subregion Clarendon) und Southern Fleurien.

Die Regionen Coonawarra, Mount Benson, Padthaway, Robe und Wrattonbully gehören zum Bereich Limestone Coast.

Der Bereich Lower Murray hat nur die Region Riverland.

Der Bereich Mount Lofty Ranges beinhaltet die Regionen Adelaide Hills (mit den Subregionen Gumeracha, Lenswood und Piccadilly Valley), Adelaide Plains, Clare Valley (Subregionen Auburn Clare, Hill River, Polish Hill River, Sevenhill und Watervale).

Der Bereich The Peninsulas hat nur die Region Southern Eyre Peninsula.

Nachfolgend erhalten Sie noch einige Informationen zu den bekanntesten Regionen in South Australia:

Barossa Valley:

Das wohl bekannteste südaustralische Weinanbaugebiet liegt nördlich von Adelaide in einem flachen Hochtal. Es gehört zu den ältesten australischen Weinregionen (einige Rebstöcke sind über 150 Jahre alt) – und zu einer der besten dazu (Milton Park Shiraz oder Shotfire Shiraz von Thorn Clarke Wines)! Bereits 1842 wurde das Gebiet durch europäische Einwanderer besiedelt. Noch heute sind die deutschen, schweizerischen und österreichischen Einflüsse an vielen Gebäuden erkennbar. In dieser warmen Anbauregion sind heute ca. 150 Weingüter und Kellereien ansässig, die neben den roten Rebsorten Shiraz auch die Sorten Grenache und Cabernet Sauvignon anbauen. Zu den ca. 7.000 Hektar Rebflächen zählt auch das Eden Valley (William Randall von Thorn Clarke Wines) in der nördöstlichen Hügelzone – eines der besten Riesling-Anbaugebiete Australiens.

McLaren Vale:

Etwa 35 km südlich von Adelaide liegt das bedeutendste Rotweingebiet Australiens: das McLaren Vale. Die ersten Reben wurden bereits 1838 gepflanzt und heute beheimatet dieses Gebiet einige der weltweit ältesten Rebstöcke. Hier, zwischen den sanft geschwungenen Mount Lofty Ranges und den Stränden des Gulf St. Vincent, sind ungefähr 65 Weinkellereien und 270 unabhängige Weinbauern angesiedelt. Dank des mediterranen Klimas herrschen hier ideale Bedingungen für den Weinbau, deren wichtigste Rebsorten Shiraz und Sauvignon Blanc sind. Die Weine sind ebenso vollmundig und opulent wie die aus dem Barossa Valley, allerdings mit frischerer Struktur.

Clare Valley:

Der kalkreiche rot-gelbe Boden des Clare Valleys bildet die Grundlage einer grünen Oase inmitten einer trockenen Wüstenlandschaft nordwestlich von Adelaide und ist ein traditionelles Anbaugebiet für Riesling. Daneben werden hauptsächlich Rotweinsorten, wie Semillon, Cabernet Sauvignon, Malbec und Shiraz angebaut. Hier ist es meist etwas kühler als in den meisten anderen Weinbaubereichen South Australias, aber auch recht trocken. Ohne künstliche Bewässerung kommen die Winzer hier nicht aus. Nachts kühlt es in den Sommermonaten merklich ab, wodurch die Weine eine feine Rassigkeit und Säure erhalten.

Coonawarra und Padthaway:

60 km vom Indischen Ozean entfernt mit eisenhaltigem rotem Boden liegt zwischen Adelaide und Melbourne das südlichste Weinbaugebiet in South Australia: Coonawarra. Es gilt als hervorragendes Rotweingebiet, besonders Cabernet Sauvignon und Shiraz finden hier die besten Bedingungen vor und genießen die kühlen Luftströmungen vom Indischen Ozean.

100 km weiter nördlich befindet sich Padthaway, ein 3.000 Hektar großes Rebengebiet. Die Hauptsorte ist der Chardonnay, der hier sehr fruchtige Weine mit intensiver Grapefruitnote hervorbringt. Aber auch Riesling und Semillon bekommt der Boden gut. Bei den Roten dominieren der Cabernet Sauvignon, Shiraz und Merlot. Auch hier wird das Klima vom Meer beeinflusst und gilt als mediterran.

Langhorne Creek

Langhorne Creek ist eine in Europa eher unbekannte Weinbauregion. Die Anbaubedingungen sind hier ungewöhnlich: es liegt im Überschwemmungsbereich der Flüsse Anger und Bremer River, daher kann hier auf künstliche Bewässerung verzichtet werden – die Reben stehen sowieso gelegentlich mit den „Füssen im Wasser“. Die moderat konstanten Temperaturen bieten gute Bedingungen für die Weinproduktion deren wichtigste Sorten Shiraz, Cabernet Sauvignon und Chardonnay sind.

Riverland

Am Murray River bei Renmano, etwa 200 km nordöstlich von Adelaide, liegt das größte Weinanbaugebiet Australiens. Hier sind ca. 18.000 Hektar mit Reben bepflanzt, das macht ein Drittel der Traubenproduktion des Landes aus, weswegen die Region auch „das große Fass Australiens“ genannt wird. Allerdings wird nur aus einem Teil der Trauben Wein gekeltert, ein großer Teil wird als Tafeltrauben verkauft. Die wichtigsten Rebsorten sind: Chardonnay, Shiraz, Cabernet Sauvignon und Merlot. Zudem befindet sich hier der weltweit größte Weinberg der mit Petit Verdot Reben bestückt ist.

Weinbaugebiet Northern Territory

In diesem Gebiet ist es viel zu heiß und zu trocken um Wein anzubauen. Deshalb gibt es hier auch nur einen einzigen Weinbaubetrieb: Château Hornsby in Alice Springs.

Weinbaugebiet New South Wales

New South Wales mit seiner Hauptstadt Sydney befindet sich im Südosten des Landes. Und obwohl man die Bezeichnung „New South Wales“ eher selten auf den Etiketten findet, stammen einige bekannte Tropfen aus diesem Gebiet, dessen wichtigste und bekannteste Region wohl das Hunter Valley ist. In Küstennähe herrscht maritimes Klima, was für den Weinbau wunderbar ist. Ansonsten ist es hier stellenweise viel zu heiß für die Reben. Neben dem Hunter Valley als Top-Weinregion sind vor allem auch Hilltops und Tumbarumba zu nennen. In Letzterem wird seit einiger Zeit mit leichteren Weinen experimentiert. Die Hauptsorten sind Shirza und Chardonnay.

Nachfolgend die Auflistung der GI-Bereiche mit ihren Regionen und Subregionen:

Zum Bereich Big Rivers zählen die Regionen Murray Darling, Perricoota, Riverina und Swan Hill.

Im Bereich Central Ranges liegen die Regionen Cowra, Mudgee, Orange, Hunter Valley mit Hunter (und den Subregionen Allandale, Belford, Broke Fordwich, Dalwood, Pokolbin und Rothbury).

Zum Bereich Northern Rivers gehört nur die Region Hastings River, während der Bereich Northern Slopes gar keine Regionen hat.

Die Regionen New England, Shoalhaven Coast und Southern Highlands gehören zum Bereich South Coast.

Der Bereich Southern New South Wales teilt sich auf in die Regionen Canberra District, Gundagai, Hilltops und Tumbarumba. Western Plains hat keine Regionen.

Und hier noch einige Zusatzinformationen zu den bekannten Regionen:

Hunter Valley

Etwa 170 km nördlich von Sydney liegt das Hunter Valley und gehört neben dem Barossa Valley zu den bekanntesten Weinbauregionen Australiens. Auf „Upper“ und „Lower“ Hunter verteilen sich etwa 100 Weinbaubetriebe. Obwohl das Klima in diesem Gebiet sehr heiß ist, fallen ausreichend Niederschläge. Die Tagestemperaturen sind im Sommer sehr hoch, kühlen jedoch in den Nächten deutlich ab. Dadurch können die Trauben sehr intensive Aromen entwickeln. Im Upper Valley ergeben die weißen Rebsorten Chardonnay und Semillon Weine von exzellenter Qualität. Auch Riesling und Sauvignon Blanc gedeihen hier hervorragend. Im Lower Valley sind die roten Rebsorten vorherrschend, allen voran der Shiraz, gefolgt von Cabernet Sauvignon und Merlot.

Hilltops

Die Region Hilltops erstreckt sich rund um das Städtchen Young. Bekannt wurde diese Gegend durch sein Goldvorkommen. Mit den Goldgräbern siedelten sich weitere Menschen hier an, einige brachten Weinreben mit und begannen mit dem Anbau. So entstanden 1860 die ersten kleinen Weingärten in Hilltops. Im Vergleich zum restlichen Australien ist das Klima hier kühl, es kann im Frühjahr sogar zu Frost kommen. Daher reifen die Trauben langsamer und entfalten ihre ganz eigene Aromatik. Shirz und Cabernet Sauvignon sind die wichtigsten Rebsorten.

Tumbarumba

Auf halber Strecke zwischen Sydney und Melbourne, etwa 120 km südwestlich von Canberra liegt die Region Tumbarumba. Hier, in der neuesten Weinregion Australiens, wurden erst 1982 die ersten Reben gepflanzt. Da der überwiegende Teil der Weinfelder in einer Höhe von 1.000 bis 2.600 Metern liegt, ist Tumbarumba auch die höchstgelegene Weinregion des Landes. Die wichtigste Weißweinsorte ist der Chardonnay, der sowohl für die Weinherstellung als auch für die Schaumweinherstellung verwendet wird. Bei den Roten dominiert der Pinot Noir. Durch die außergewöhnliche geografische Lage der Weinfelder im Vergleich zum Rest des Landes, haben die Weine auch eine völlig andere Stilistik.

Weinbaugebiet Victoria:

Im australischen Bundesstaat Victoria ist der Weinbau weit verbreitet, etwa 25.000 Hektar stehen hier unter Reben, wobei die Hauptgebiete im Norden von Melbourne und im westlichen Teil des Staates liegen. 1838 wurden hier die ersten Reben in mediterranem Klima mit ausreichend Niederschlägen gepflanzt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erlangte die Region großes Ansehen mit ihren Weinen, da sie von Anfang an Wert auf die Qualität gelegt haben. Das hat sich bis heute nicht geändert und so wird Weinbau hauptsächlich von kleineren Betrieben und Boutique-Weingütern betrieben. Zu den wichtigsten Rebsorten gehören der Shiraz sowie Pinot Noir und Chardonnay, die teilweise herausragende Spitzenqualitäten ergeben. Die bekanntesten Anbauregionen sind Yarra Valley, Mornington Peninsula, Rutherglen, Goulburn Valley und Grampians.

Nachfolgend die GI-Bereiche mit ihren Regionen und Subregionen:

Der Bereich Central Victoria ist unterteilt in die Regionen Bendigo, Goulburn Valley (mit der Subregion Nagambie Lakes), Heathcote, Strathbogie, Ranges, Upper Goulburn und Gippsland.

Der Bereich East Victoria teilt sich auf in die Regionen Alpine Valley (mit den Subregionen Kiewa Valley und Ovens Valley), Beechworth, Glenrowan, King Valley (Subregionen Myrrhe und Whitlands) und Rutherglen (Subregion Wahgunyah).

Die beiden Regionen Murray Darling und Swan Hill zählen zum Bereich North West Victoria.

Zum Bereich Port Philip gehören die Regionen Geelong, Macedon Ranges, Mornington, Peninsula, Sunbury und Yarra Valley.

Der letzte Bereich ist Western Victoria mit den Regionen Grampians (Subregion Great Western), Henty und Pyrenees.

Und auch hier einige Zusatzinformationen zu den bekanntesten Regionen:

Yarra Valley

Auf sanft hügeligem Gebiet nahe Melbourne befindet sich die Region Yarra Valley mit seinen rund 70 Weingütern. Weinbau wird hier seit 1838 betrieben und heute ist Yarra Valley eine bedeutende Rotweinregion, wobei auch delikate Rieslingeund frische, elegante Chardionnay produziert werden. Bei den Rotweinen sind besonders der Pinot Noir und der Cabernet Sauvignon hervorzuheben, auch die Schaumweinen dieser Region sind weltweit anerkannt. Spätestens seit die Domaine Chandon, die 1986 gegründet wurde, in den vollständigen Besitz der berühmten Moet Hennessy übergegangen ist, ist dieses Gebiet kein Geheimtipp mehr.

Mornington Peninsula

Etwa eine Autostunde von Melbourne entfernt liegt eine der wichtigsten Regionen des Bundesstaates Victoria: Mornington Peninsula. Hier herrscht mediterranes Klima, da das Gebiet von drei Seiten von Wasser umgeben ist. Durch die Nähe zum Meer herrscht immer ein kühler Wind, der für eine langsamere Traubenreife sorgt. Pinot Noir und Chardonnay sind hier die wichtigsten Rebsorten. Auch aus den Weißen Riesling und Pinot Gris und den Roten Shiraz und Cabernet Sauvignon werden gute Qualitäten erzielt.

Rutherglen

Das Anbaugebiet Rutherglen liegt an der Grenze zu New South Wales und ist ein flaches Gebiet, ohne nennenswerte Erhebungen. Dieses Gebiet ist die Top-Region für Dessertweine. Auch in Rutherglen begann der Weinbau mit dem Goldrausch und Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Reben gepflanzt. Leider machte die Reblausplage 1880 auch vor den Weingebieten in Rutherglen nicht halt, jedoch begannen die Winzer sehr schnell damit, neue Weinfelder wieder anzupflanzen. Heute herrscht hier eine gute Mischung aus traditionellen und modernen Weinstilen. Zum einen gibt es neben den traditionellen Dessertweinen auch körperreiche Rot- und Weißweine sowie prickelnde Schaumweine.

Aufgrund internationaler Bestimmungen und Abkommen mit der EU erfolgte für Dessertweine, die Namen wie Port, Sherry oder Tokay trugen, eine Umbenennung. Aus australischem Sherry wurde Apera, damit eine Abgrenzung zum spanischen Sherry entstand; aus Tokay wurde Topaque, um Verwechslungen mit dem ungarischen Wein vorzubeugen.

Der Muscat Blanc de Petit Grains ist die Grundlage für die Dessertweine und somit auch die wichtigste Rebsorte dieser Region. Wichtige Rotweinsorten sind noch Shiraz und Cabernet Sauvignon, weiße Rebsorten sind ansonsten eher selten zu finden.

Goulburn Valley

Rund um den Mount Hellen, etwa 120 km von Melbourne entfernt, liegt das Weinbaugebiet Goulburn Valley. Es unterteilt sich in das heiße Goulburn River Valley und das niederschlagsreichere und kühlere Hochland. Die Gewässer der Region haben großen Einfluss auf das lokale Klima, in einigen Landesteilen profitieren die Reben von den deutlichen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Manche Rebstöcke sind über 100 Jahre alt und die weiße Rebsorte Marsanne wird ausschließlich in diesem Gebiet angebaut. Außer dieser seltenen weißen Sorte werden hauptsächlich noch Chardonnay, Riesling und Verdelho angebaut, bei den Roten sind es Shirza, Cabernet Sauvignon, Grenache und Mourvedre.

Grampians

Im äußersten Westen von Victoria befindet sich, zwischen den Städten Ararat und Stavell, das Anbaugebiet Grampions. Hier ist das Klima kühler als in den meisten anderen Gebieten Australiens und Frühjahrsfröste können für die Winzer durchaus ein Problem darstellen. Dennoch können die Temperaturen im Sommer auch bis 35°C erreichen. Die Zeiten des Goldrausches in und um Halls Gap und der heutige Weinbau sind über die Jahrhunderte eine feine Verbindung eingegangen: die damals in den Boden getriebenen Stollen dienen heute den Weinmachern als Reifestätten für Schaumweine. Die Grampions profitierten von den eingewanderten Franzosen im 19. Jahrhundert, die ihr umfangreiches Know-how im Bereich des Weinbaus mitbrachten – und Gott sei Dank auch einsetzten! Mit den Hauptrebsorten Shiraz und Cabernet Sauvignon ist dieses Gebiet hauptsächlich ein Rotweingebiet, aber auch Riesling und Pinot Gris gedeihen hier vortrefflich.

Weinbaugebiet Tasmanien:

Das südlichste Weinanbaugebiet Australiens ist die Insel Tasmanien, die 1994 in die australische „Geographical Indication“ eingetragen wurde. Die ersten Reben wurden 1823 gepflanzt und bis heute ist die Rebfläche auf 1.800 Hektar angewachsen, die sich 170 Winzer teilen. Tasmanien hat sich für Australier einen besonderen Namen bei der Produktion von Weißweinen und Schaumweinen erworben und der Pinot Noir dieser Region wird in Australien sehr geschätzt. Neben dem Pinot Noir gedeihen hier – wegen der kühlen Anbaubedingungen – vor allem Chardonnay, Riesling und Sauvignon Blanc. Leider werden nicht alle Trauben der Region für die Weinproduktion im eigenen Gebiet verwendet, ein Großteil geht nach South Australia und Victoria und wird hier weiterverarbeitet.

Tasmanien ist in nur drei Weinbauregionen aufgeteilt: East Coast Tasmania, Northern Tasmania und Southern Tasmania.

Die Rebsorten: Weiß oder Rot?

In Australien werden insgesamt fast 140 Rebsorten angebaut. Die ca.174.800 Hektar Rebfläche sind zu 42 % mit Weißweinsorten und zu 58 % mit Rotweinsorten bestückt. Nachfolgend die wichtigsten Sorten Australiens:

Rotweine:            Syrah: 43.418 ha

                         Cabernet Sauvignon: 27.909 ha

                         Merlot: 10.791 ha

                         Spätburgunder: 4.392 ha

                         Grenache: 2.011 ha

                         Petit Verdot: 1.387 ha

                         Ruby Cabernet: 1.202 ha

Weißweine:          Chardonnay: 32.150 ha

                         Semillon: 6.752 ha

                         Sultana: 5.781 ha

                         Sauvignon Blanc: 5.544 ha

                         Riesling: 4.432 ha

                         Colombard: 2.757 ha

                         Muscat d`Alexandrie: 2.567 ha

                         Grauburgunder: 2.469 ha

                         Verdelho: 1.782 ha

                         Viognier: 1.379 ha

Welche Qualitätsstufen gibt es in Australien?

Die Qualitätsbezeichnungen in Australien sind weit weniger ausgefeilt als beispielsweise in Deutschland oder Italien. Hier gibt es keine Herkunftsbezeichnungen die kennzeichnet, welche Weine höher- oder minderwertig sind. Jedoch gibt es seit 1987 ein gesetzliches Rahmenwerk, überwacht von der amtlichen Wine and Brandy Corporation, das im australischen Bundesrecht verankert ist. Dieses besagt, dass ein Wein zu mindestens 85 % aus dem auf dem Etikett angegebenen Anbaugebiet stammen muss. Gesetzliche Mengenbegrenzungen bei der Traubenproduktion gibt es in Australien nicht.

2001 wurden die sogenannten Geographical Indications (GI) eingeführt, die sich über mehrere Bundesstaaten erstrecken. Diese teilen die Weingebiete ein und unterteilen die GI`s in 40 Zonen, diese wiederum in 70 Regionen mit zahlreichen Subregionen.

Nachfolgend einige australische Weinregeln:

Labelling Integrity Programme: Stellt sicher, dass das Etikett die Angaben Herstellungsbereich, Jahrgang und Rebsorten enthält.

Geographical Indications: Definiert die Herkunftsgebiete auf unterschiedlichen Ebenen, wie die Grundbezeichnung Product of Australia.

South-Eastern Australia: wird häufig für populäre Verschnittweine verwendet

State of Origin: Spezifische Herkunftsbezeichnung, die noch durch die in jedem Staat befindlichen „Zones“, „Regions“ und „Subregions“ ergänzt werden kann.

„Outstanding“ oder „Superior“ werden Weine aus besonderen Spitzenlagen bezeichnet.

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